FF Ottendorf


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Gründung FFO

Historisches

Auszug aus
Ottendorf Chronik eines Dorfes westlich von Kiel
von Johann Detlef Blöcker

Herausgeber Gemeinde Ottendorf 1994 (vgl. Seite 549 - 555)



Die Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Ottendorf

„Überall im Land wurden in den 70er und 80er Jahren des vorigen Jahrhundert freiwillige Feuerwehren gegründet ....

Als der Kirchspielvogel Götze den Hasseern und den Ottendorfern 1882 eine neue Spritze vermittelte und gleichzeitig zur Bildung einer freiwilligen Feuerwehr aufforderte, blieb diese Frage hier im Gespräch. Kronshagen ging voran. Dort wurde 1884 eine freiwillige Feuerwehr gegründet. Einige Ottendorfer sahen sich den anlaufenden Betreib an. Der Kronshagener Feuerwehrhauptmann B. soll (nach Johann Schultz) versuchsweise mit ihnen exerziert haben. Es soll dabei aber nicht wie bei den Preußen zugegangen sein, die gerade 20 Jahre im Lande waren. Das erste Kommando, das er den Ottendorfern gab, ist uns überliefert: <So, nu stellt ju mal hin! Un nu dreiht ju üm!> Die Ottendorfer müssen beeindruckt gewesen sein.
Eine Unterschriftensammlung lief an, und bald darauf wurde eine Versammlung im Holst`s Gasthof einberufen. Hier wurde nun am 14. November 1884 die Freiwillige Feuerwehr Ottendorf gegründet, gut vorbereitet, wie wir lesen, denn 33 Aktive trugen sich ein. Das war für ein kleines Dorf mit ca. 250 Einwohnern eine breite Basis für eine künftige Tätigkeit in diesem Bereich.

Freiwillige Feuerwehr Ottendorf 1927

Von 1902 an wurde ein Protokollbuch, so dass wir nun aus erster Hand Einzelheiten über die Tätigkeiten unserer Ottendorfer Feuerwehr, über Dienstbetrieb, Einsätze, Schwierigkeiten in der kleinen Gemeinschaft, auch über Höhepunkte nicht nur in der Wehr, sondern zwischen den Zeilen auch im Dörflichen zusammenleben erfahren.

Regelmäßig genannt werden Übungen, Veranstaltungen, das alljährliche wiederkehrende Stiftungsfest ebenso wie die Feier anlässlich des Geburtstages <seiner Majestät des Kaisers> und damals bereits die beliebten Himmelfahrtstouren –zu Fuß, versteht sich.


Die weitere Entwicklung

Als der erste Weltkrieg begann rückten unter den wehrfähigen Männern auch die meisten Feuerwehrleute mit aus. Damit kam der Übungsdienst ganz zum Erliegen. Die altgedienten Feuerwehrmänner standen in den folgenden Jahren für einen Einsatz in Berwitschaft.

Ab 1919 wurde dann wieder eine Mannschaft zusammengestellt.

„ Das Protokoll weißt aus den nachfolgenden Jahren viel über gesellige Aktivitäten zu berichten. Die Feuerwehr hielt auf diese Weise über Geselligkeit die dörfliche Gemeischaft mit zusammen. Da gab es Herrenabende, neu war das Verknobeln und Verlosen von Preisen anlässlich der Stiftungsfeste, danach gab es gemütlich Abende mit Damen und passiven Mitgliedern zusammen oder wiederholt auch Karpfenessen in diesem Kreise.“

In den sechs Jahren vor Ausbruch des zweiten Weltkrieges wurde die Wehr auf die kommenden Aufgaben umgestellt.


Feuerwehr Ottendorf als Löschzug 4 der Bereitschaft Rendsburg 2


Nach Ende des 2. Weltkrieges wurde der Feuerwehrdienst erst ab 1948 wieder aufgenommen. Eine Reihe von Vertriebenen trat der Wehr bei.

Im Jahre 1965 schaffte die Gemeinde Ottendorf ein neues Löschfahrzeug an. Es handelt sich um eine LF 8 auf Opel-Fahrgestell. Die alte Spritze, die während des Krieges die großen Einsätze in den bombardierten Städten des Landes „mitgefahren“ war, wurde auf ganz unüblicher Weise „aus dem Verkehr gezogen“. Walter Vollbehr gab das in seiner plattdeutschen Geschichte “De ole Sprütt“ wieder (aus dem Bändchen „Poggenkonzert“). Zu der Zeit wussten wir noch nichts von Umweltschutz und Entsorgung. Was der Kronshagener Erzähler Vollbehr niederschrieb, kann unter „Gesammelte Aufsätze, Schriften und Dokumente“ in der Gemeindechronik nachgelesen werden.

Die Freiwillige Feuerwehr Ottendorf 1965


Als die Dorfstraße ausgebaut wurde, musste das alte Spritzenhaus von 1882 mit seinem Anbau aus dem Jahre 1948 abgerissen werden. Der lange geplante Neubau auf dem Schulgrundstück, der Platz für zwei Löschfahrzeuge mit zusätzlichem Gerät und für einen Schulungsraum bieten sollte, wurde 1971 in Angriff genommen und kurz vor Weihnachten 1972 fertiggestellt.

Zu dem 75.000 DM teuren großen Gerätehaus trugen die Ottendorfer Feuerwehrmänner mit rund 20.000 DM durch Eigenleistung bei. So schufen sie sich über kameradschaftliche Verbundenheit ihr eigenes Haus. Die Gemeinde sollte den Schulungs- und Gemeinschaftsraum der Feuerwehr künftig als Sitzungssaal nutzen. In den ersten Junitagen des Jahres 1984 feierte die Freiwillige Feuerwehr Ottendorf ihr 100 jähriges Bestehen und richtete gleichzeitig den Amtsfeuerwehrtag des Amtes Achterwehr in Ottendorf aus. Das war für Ottendorf eine Großveranstaltung mit umfangreichem Programm, das drei Festtage füllte. Die Festschrift ist in vielen Häusern zu finden; dort kann der Festablauf nachgelesen werden, ebenso unter „Gesammelte Aufsätze, Schriften und Dokumente“.

Die Vorbereitungen schossen auch die Anlagen unseres dörflichen Feizeitgeländes in Erweiterung des Spiel- und Sportplatzes ein. Nach dem Kauf der Wiese von Heinrich Biernd wurde hier westlich des Sportplatzes, der in den 70er Jahren zusammen mit dem angrenzenden Wäldchen angelegt worden war, eine schöne Teichanlage mit Rundweg und Sitzplatz geschaffen. Das Gewässer dient als Wasserreservoir für Löschzwecke. Für Kinder des Dorfs wurde ein Rodelberg angeschüttet. Insgesamt ein schönes Geschenk der Gemeinde Ottendorf an ihre Bürger(innen), die damit auch eine bis dahin landwirtschaftlich genutzte Fläche als Schutzraum für Pflanzen und Tiere in ihre Obhut nahmen.

Am 20. März 1993 wurde der Freiwilligen Feuerwehr ein neues Löschfahrzeug übergeben. Es handelt sich um ein TLF 8/18 auf Mercedes-Fahrgestell. Das bedeutete, dass die örtliche Wehr mit gegenwärtig bester Technik ausgerüstet ist. Das Fahrzeug wurde Ottendorf mit einem „Tag der offenen Tür“ vorgestellt.

Übergabe des neuen Löschfahrzeug TLF 8/18 am 20. März 1993


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